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Bildung


Hier entlang können sich Projektideen entwickeln, die den Zielen der Stiftung entsprechen.

Ideen, Leitlinien, Überlegenswertes zur Bildung

Pädagogen sollten sich primär als Anwalt des Kindes verstehen d.h. seinen Möglichkeiten sich zu bilden und seinen Möglichkeiten ein – in seinem Sinne – gutes Leben führen zu können.

Pädagogen sind nicht die Anwälte der schwer durchschaubaren und noch schwerer planbaren politischen und ökonomischen Kräfte und Interessengruppen.

Pädagogen sind keine Produzenten von „Humankapital“.

Bildung versus Kompetenz

Bildung bedeutet etwas anderes als „Lernen“ oder „Kompetenz“ (obwohl heute fast alle Lehrpläne „Bildungspläne“ heißen.

Bildung beschreibt nicht den Nutzen des Lernens für die Gesellschaft und auch nicht den Nutzen des Wissens in der Konkurrenz mit anderen in der Gesellschaft. (...)

Bilden kann sich nur jeder selbst. Die Umgebung also der Kindergarten, die Schule, die Universität kann dafür Möglichkeiten zur Verfügung stellen. Nicht mehr und nicht weniger.

Die erworbene Bildung dient einzig und allein dem Wohl der Person. 

Was brauchen wir?

Es war noch nie so unmöglich wie jetzt, vorherzusagen, mit welchen Problemen sich die heutigen Kinder werden beschäftigen müssen, wenn sie erwachsen sind. Die einzige Chance ist, das Lernen selbst zum Gegenstand des Lehrens zu machen.

Lernen zur Hauptaufgabe zu machen, heißt Lernen als biografischen Prozess zu verstehen, als einen Prozess, der an die Person des Lernenden gebunden ist. Die Pädagogik hat dafür in Deutschland einen gut begründeten Begriff. Er heißt Bildung. Das Gegenteil von Bildung ist in diesem Sinne Wissensvermittlung.


Funktionalisierung der Kinder

Es ist heute leider so geworden, dass nicht mehr die Person des Kindes interessiert, sondern nur das, was an diesem Kind Wissen ist.  Und was bleibt noch an  Interesse für den erwachsenen Menschen?

Weil die Erwachsenen in Deutschland nicht wissen, wie sie ihre Probleme lösen sollen, bestehen sie auf einer Funktionalisierung ihrer Kinder für gesellschaftliche Problemlagen. (Die Propaganda für Disziplin und Führerschaft kommt nicht zufällig gerade jetzt). Die Leitkategorien der politisch bestimmten Bildungsdiskussion ist zurzeit nicht Bildung, sondern Standortsicherung des Wirtschaftsstandortes Deutschland durch Wissensvermittlung. Kinder, wie übrigens Erwachsene auch, sollen lernen, sich selbst als Funktion ökonomisch bestimmter gesellschaftlicher Entwicklungen zu sehen.
(vgl. Scholz, S.44)

Unsere Meinung ist: Das macht dumm!

Es geht los: Bildung, Kultur, Glück

Natürlich ist es nicht so, dass es ohne Bildung kein Glück gibt. (…) Aber es gibt Erfahrungen des Glücks, die aufs engste mit Facetten der Bildung verknüpft sind: Die Freude an der Welt etwas besser zu verstehen; die befreiende Erfahrung, einen Aberglauben abzuschütteln; das Glück beim Lesen eines Buches, das einen historischen Korridor öffnet; die Faszination durch einen Film, der zeigt, wie es anderswo ist, ein menschliches Leben zu führen; die beglückende Erfahrung, eine neue Sprache für das eigene Erleben zu lernen; die überraschende Erfahrung , dass sich mit dem Anwachsen der sozialen Phantasie der eigene innere Radius vergrößert.

(Peter Bieri [Pascal Mercier]: Wie wäre es gebildet zu sein, in: Zeitmagazin, 32/07)

(gesammelt und geschrieben: Wilfried Stascheit, Okt. 2008)